Gesundheitsthemen

Symptothermale Methode

Die Symptothermale Methode (STM) kombiniert die Basaltemperaturmethode mit der Zervixschleimmethode, eventuell auch mit anderen Veränderungen während des Zyklus, die Fruchtbarkeit signalisieren. Sie ist vor allem für Frauen mit regelmäßigem Zyklus geeignet und dann sehr sicher.

Durchführung. Jeden Morgen wird zur gleichen Uhrzeit die Aufwachtemperatur gemessen und die Spinnbarkeit des Gebärmutterhalsschleims bestimmt. Auch andere Fruchtbarkeitszeichen wie z. B. das Öffnen des Muttermunds (Muttermunduntersuchung), Mittelschmerz (Unterleibsschmerzen während der Zyklusmitte) oder Brustspannen werden berücksichtigt und in das Kurvenblatt eingetragen.

Ausgefülltes Zyklusblatt der Symptothermalen Methode.
Copyright: www.salevent.de, Michael Amarotico, München

Sicherheit. Richtig angewendet hat die Symptothermale Methode einen der „Pille" vergleichbaren Pearl-Index von 0,3. Nachteilig ist, dass sie, wie die Basaltemperaturmethode, einen regelmäßigen Tagesablauf und gesunden Lebenswandel voraussetzt. Bei Anfälligkeit für Infektionen, häufiger Medikamenteneinnahme, hohem Alkoholkonsum und unregelmäßigen Schlafens- und Aufwachzeiten sollte diese Methode nicht angewendet werden.

Die Muttermunduntersuchung (Rötzer-Methode) kann die Basaltemperatur- und Zervixschleimmethode ergänzen und ihre Sicherheit erhöhen; als alleinige Methode zur Bestimmung der (un)fruchtbaren Tage ist sie allerdings nicht geeignet.

Der Muttermund ist jener Teil der Gebärmutter, der in die Scheide hineinragt. Am besten ertasten Sie den Muttermund im Liegen, in der Hocke oder mit einem hochgestellten Bein und beginnen damit am ersten Tag nach dem Ende ihrer Periode. Der Tastfinger sollte hygienisch sauber sein.

Zu Beginn des Zyklus fühlt sich der Muttermund fest an, steht relativ weit vorn in der Scheide und lässt sich daher gut ertasten. Auch bei Frauen nach der ersten Geburt ist er meist gut tastbar und breiter. In den Tagen vor dem Eisprung zieht sich der Muttermund höher in die Scheide zurück, so dass Sie ihn vielleicht nicht mehr ertasten können, und je näher der Eisprung rückt, umso weicher wird der Muttermund und umso weiter öffnet er sich: Diese Öffnung lässt sich als kleines Grübchen ertasten. Die unfruchtbaren Tage beginnen, wenn der Muttermund nach seiner weichen, offenen Phase mindestens schon drei Tage lang wieder fest und geschlossen ist und wieder weiter in die Scheide hineinragt.

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Von: Dr. med. Andrea Stadler, Dr. med. Arne Schäffler

Depressionen in der Schwangerschaft

Neues Vorsorgeprogramm gestartet

In Baden-Württemberg startete am 28. Januar 2019 ein neues Programm für Schwangere, die unter depressiven Verstimmungen leiden. Frauen, die bei einer der beteiligten Krankenkassen versichert sind, können am Vorsorgeprogramm teilnehmen.

Mehrstufige Hilfe für betroffene Schwangere

Mediziner und Wissenschaftler unter der Leitung der Universitätsfrauenklinik Heidelberg entwickelten ein systematisches Screening mit einem nachfolgenden Behandlungsprogramm für psychisch belastete Schwangere. „Unter Depressionen, Stress und Ängsten – darunter auch ganz konkreter Angst vor der Geburt selbst – leidet nicht nur die Schwangere. Auch für Kind und Familie ist die Erkrankung eine große Belastung“, erklärt Projektleiterin Stephanie Wallwiener von der der Universitätsfrauenklinik Heidelberg.

Am 28. Januar startete in ganz Baden-Württemberg das Programm, welches für insgesamt 15.000 Teilnehmerinnen ausgelegt ist. Schwangere können sich mit einem Fragebogen auf Anzeichen von Stress, Depressionen oder Ängsten testen lassen, wenn sie bei einer der folgenden Krankenkassen versichert sind: Techniker Krankenkasse, AOK Baden-Württemberg, Barmer, mhplus Betriebskrankenkasse und die über die GWQ ServicePlus AG teilnehmenden Betriebskrankenkassen.

Zeigt sich in dieser ersten Untersuchung bei der Schwangeren eine starke psychische Belastung, nehmen Mitarbeiter der Universitätskliniken Heidelberg und Tübingen Kontakt auf und vermitteln psychologische Hilfe. Bei milderen Störungen der Gemütslage können die Frauen an einem onlinebasierten Selbsthilfeprogramm teilnehmen.

Weniger Angst vor natürlicher Geburt

Ein weiteres Ziel des Vorsorgeprogramms sei laut Wallwiener, den Schwangeren die Angst vor der Geburt zu nehmen und mehr natürliche Geburten zu ermöglichen. „Es hat sich gezeigt, dass Frauen, die unter Stress, Angst oder Depressionen leiden, sich eher einen Kaiserschnitt wünschen, auch wenn dieser medizinisch nicht unbedingt notwendig wäre.“

Wallwiener betont, dass für das Gelingen des Projekts die Kooperation mit den niedergelassenen Frauenärzten besonders wichtig sei, insbesondere mit dem Berufsverband der Frauenärzte, Landesverband Baden-Württemberg.

Quelle: Ärzteblatt

06.02.2019 | Von: Simone Lang; Bild: stockfour/Shutterstock.com